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Der Anschiss lauert überall

Von wegen neue Badewanne!

Am Dienstag waren sie da, die Klempner. Ich war nicht da, Paul hat auf sie aufgepasst und Kaffee gekocht. Ich saß schön im Exil bei Tante Erna.

Von wegen schön!

Ich saß im Exil bei Tante Erna und hab mir den Kopf zerbrochen über Stieg Larsson, den schwedischen Krimiautor, der sich tot geschrieben hat, bevor er von seinem Welterfolg auch nur einen Heller gesehen hatte. Jaja, verschiedenes passiert. Da ist einmal eine Kuh in den Propeller gekommen… Aber das ist wieder eine andere Geschichte und die ist nicht mal von mir.

Stieg Larsson jedenfalls hat die Lisbeth Salander erfunden und die ist ihm ziemlich gelungen, wenn er auch sonst kein guter Schriftsteller war, aber das hab ich schon mal erklärt.

Nun muss ich an dasselbe Thema nochmal ran. Das ist spannend und gleichzeitig eine furchtbare Quälerei. Am Ende soll nämlich ein wissenschaftlicher Text rauskommen, kein lustiger Zeitungsartikel und erst Recht keine Geschichte.

Mir sind die Hände gefesselt beim Schreiben. Jedesmal, wenn ich in Fahrt komme, schneidet mir das kalte Metall der Handschellen ins Fleisch und mein innerer Gefängniswärter brüllt: „Unwissenschaftlich, Thema verfehlt, Marsch, Marsch, zurück zum Text!“ Er rollt das Rrrr beim Brüllen und fuchtelt mit dem Schlagstock.  Und obwohl ich schon halb über den Zaun war, klettere ich wieder runter und setzte meinen zermürbenden Weg entlang der ausgetretenen Pfade schon gedachter Gedanken fort, immer im Kreis um das Thema rum.

Das ist Selbstdisziplin!

Und dann komm ich nach Hause und wir haben gar keine neue Badewanne. Dieselbe alte verkalkte Wanne steht im Bad, nur mit neuem Abfluss.

Und ich muss jetzt putzen…

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Diskussionen

Eine Antwort auf „Der Anschiss lauert überall

  1. Habe letzte Woche den amerikanischen Film geguckt. Ich hatte schon Verblendung auf deutsch gelesen. Hatte aber fast alles vergessen, auf deutsch bin ich sehr vergesslich…na ja, die Lisbeth ist eine echt tolle Figur. Aber ich fühlte mich ein bisschen angegriffen, davon wie super sie mit der Vergewaltigung umgegangen ist. Ich fühlte, sie ist so super umgegangen damit, dass sie nicht mehr Opfer gewesen ist. Und ich war sauer. (Rede jetzt die ganze Zeit vom Film, nicht vom Buch.)

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